Schrödingers Katze ist tot, 2025

Edition Unikat
Sujet Porträt
Technik Collage
Höhe 107 cm
Breite 97 cm
Länge/Tiefe 2 cm

1.490,00 €*

Beschreibung
In Schrödingers Katze ist tot wird auf Bruno Griesels Arbeit Schrödingers Katze (2012) Bezug genommen. Griesel verband darin das berühmte Gedankenexperiment des Physikers Erwin Schrödinger mit einer komplexen Bildanlage: Im Zentrum stehen auf einem Sockel zwei spielende Katzen, die rechts und links von zwei Akten umgeben sind, die nur mit Tüchern bekleidet eine dekorative Rolle einnehmen.


Die neue Arbeit setzt genau hier an – und zieht eine radikale Konsequenz. Das Experiment ist beendet, die Katze nicht mehr in einem Schwebezustand zwischen Leben und Tod: Sie ist tot. Mit diesem klaren Titel bricht die Arbeit die metaphysische Schwebe Griesels auf und konfrontiert die Betrachtenden mit der Endgültigkeit.


Entscheidend ist der Austausch des zentralen Motivs. Anstelle der spielenden Katzen tritt die Venus Italica – eine Figur, die in der Tradition der Venus Pudica-Pose steht. Diese klassische Pose zeigt die nackte Venus, die sich versucht mit ihren Händen und einem Tuch zu verdecken. Der Körper wird gezeigt, aber durch die Geste zugleich als schamhaft und passiv markiert. Sie ist Enthüllung und Verhüllung zugleich – ein Bildschema, das den weiblichen Körper für den Blick verfügbar macht und ihn zugleich kontrolliert.


In der neuen Arbeit erscheint die Venus durchscheinend, fast geisterhaft, als wolle sie sich dem Blick entziehen – und doch steht sie auf einem Sockel, der eingenäht wurde. Im eingenähten Teil wirkt die Venus Italica auf einmal weniger durchlässig. So prallen Auflösung und Beharren, Fragilität und Festschreibung unmittelbar aufeinander. Auffällig ist zudem, dass die beiden Figuren, die die Szene rahmen, nicht in idealisierende, historische Rollen schlüpfen, sondern in alltäglicher Klei- dung auftreten – in Jacke, Shorts und Socken. Gerade diese Alltäglichkeit bricht die Distanz zum klassischen Motiv und verschiebt die Aufmerksamkeit weg vom traditionellen Schönheitsideal hin zu einer gegenwärtigen, selbstbewussten Präsenz.


Die rechte Figur hält einen Hammer in der Hand. Ob sie die Venus tatsächlich zerschlagen wird, bleibt offen – vielleicht löst sich die Statue bereits vor dem Schlag auf?


Material:

Öl auf Leinwand


Technik:

Malerei und Nähen


Versand:

Die Arbeit wird aufgespannt auf einem Keilrahmen inklusive angebrachten Schattenfugenrahmen versendet – inklusive Echtheitszertifikat und Signatur auf der Rückseite.






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Sarah Milena Weiss

Sarah Milena Weiss studiert seit 2019 Kunstpädagogik an der Goethe Uni Frankfurt am Main und besuchte den Schwerpunkt Malerei/Grafik.


Sie untersucht in ihrer künstlerischen Arbeit die Konstruktion von Geschichte(n) und die Macht des Blicks.

Ausgangspunkt bilden oftmals Werke der Kunstgeschichte, die sie aneignet, fragmentiert und in neue Konstellationen überführt.

Sie arbeitet mit Ölmalerei sowie genähten Leinwänden.

Foto von Sarah Milena Weiss

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