Die Faszination der Stille - berühmte Stillleben
Was macht ein Stillleben aus?
Man kennt es vielleicht noch aus dem Kunstunterricht in der Schule: etwas Obst wurde auf den Tisch gelegt und nun sollte man loslegen, die Früchte möglichst naturgetreu nachzuzeichnen. Auf diese Art bleibt das Stillleben zunächst etwas lästig in Erinnerung. Doch die Kunstform fasziniert mit berühmten Stillleben. Ein Stillleben ist eine besondere Form der Malerei, die unbelebte Gegenstände in einer kunstvollen Anordnung darstellt. Typische Motive sind Blumen, Früchte, Gläser, Musikinstrumente oder Bücher – alles Dinge, die im Alltag vorkommen, aber in der Stilllebenmalerei oft eine tiefere symbolische Bedeutung erhalten. Ihre Anziehungskraft erklärt sich vielleicht auch durch die Motive, denn es werden keine berühmten Persönlichkeiten, dramatische Naturspektakel oder große Schlachtszenen dargestellt, sonder ganz alltägliche Gegenstände erscheinen in neuem Licht. Die Stillleben Malerei legt großen Wert auf Komposition, Lichtführung und Farbgestaltung, sodass die dargestellten Objekte oft täuschend echt wirken. Dennoch geht es nicht nur um die realistische Abbildung, sondern auch um eine ästhetische Inszenierung, die den Betrachter in ihren Bann zieht.
Obwohl Stillleben-Motive bereits in der Antike zu finden sind – etwa in römischen Wandmalereien oder auf griechischen Vasen –, entwickelte sich das Stillleben erst im 17. Jahrhundert als eigenständige Gattung der Malerei. Besonders in den Niederlanden des Barocks erlebte das Genre eine Blütezeit, als Künstler wie Willem Claesz Heda und Pieter Claesz berühmte Stillleben mit aufwendig arrangierten Tafeln mit Speisen, Gläsern und kostbaren Objekten malten. Der Begriff „Stillleben“ stammt aus dem Niederländischen („stilleven“) und wurde später in andere Sprachen übernommen. In Frankreich etwa spricht man von „nature morte“ („tote Natur“), was die leblosen, aber dennoch ausdrucksstarken Bildgegenstände treffend beschreibt. Die berühmten Stillleben Künstler*innen scheinen durch perfekte, opulente Ausführungen ihrer Stilllebenkompositionen einen Spiegel der Wünsche und Sehnsüchte der Betrachtenden entstehen. Vincent van Gogh soll gesagt haben "Stillleben sind der Anfang von allem" und nutzte die Stilllebenmalerei gezielt, um mit dem Farbauftrag zu experimentieren.
Das Stillleben dient nicht nur als technische Übung für Maler*innen, sondern beinhaltet auch oft viele Symboliken. Viele Stillleben mit üppigen Blumen sind berühmt und stehen als Zeichen für Wohlstand, genauso wie exotische Früchte. Reichlich gedeckte Tafeln oder Jagdstillleben mit Wildtieren und Waffen repräsentieren Luxus. Zucker steht für Wollust, Zitrone für Mäßigung, Austern symbolisieren Verlockung und Brot und Wein erinnern an das christliche Abendmahl in berühmten Stillleben. (Über-)reife Früchte, ein Totenschädel oder eine brennende Kerze bedeuten hingegen Vergänglichkeit. Während das Genre des Stilllebens im 18. und 19. Jahrhundert zeitweise an Bedeutung verlor, wurde es von Künstler*innen der Moderne neu interpretiert. Paul Cézanne experimentierte mit Formen und Perspektiven, Vincent van Gogh verlieh den Objekten durch seine leuchtenden Farben eine emotionale Intensität und es gibt viele berühmte Stillleben Beispiele. In der zeitgenössischen Kunst lebt das Stillleben weiter – sei es in der Fotografie, digitalen Kunst oder Installationen, die den klassischen Charakter dieser Gattung auf moderne Weise aufgreifen.
Arten von berühmten Stillleben
Stilllebenmalerei gibt es auf ganz unterschiedlichen Arten. Berühmte Stillleben mit Äpfeln oder anderen Früchten sind ein klassisches Motiv, das oft in berühmten Stillleben im Barock auftrat. Auch gibt es viele Stillleben mit Blumen, die berühmt sind aus dieser Epoche. Denn klassische Stillleben zeichnen sich durch harmonisch arrangierte Objekte wie Früchte, Blumen, Gläser und Stoffe aus. Gerne wurden Jagdstillleben gemalt, die Wildtiere, Jagdwaffen und Trophäen abbilden. Die klassischen berühmten Stillleben betonen Licht, Schatten und Texturen, um eine realistische Darstellung zu erzeugen. Eine besondere Form davon ist das Prunkstillleben, das üppige Tafelszenen mit exotischen Speisen, edlem Geschirr und kostbaren Stoffen zeigt und oft Reichtum sowie Vergänglichkeit symbolisiert.
Eine weitere bekannte Form dieses Kunststils sind die berühmten Vanitas-Stillleben. Diese Werke drehen sich thematisch um die Vergänglichkeit des Lebens und enthalten oft Motive wie Totenköpfe, verwelkte Blumen, Sanduhren oder verlöschende Kerzen. Damit sollen sie an die Endlichkeit des menschlichen Lebens und die Vergänglichkeit des Daseins erinnern. Auch im Impressionismus spielten Stillleben eine wichtige Rolle. Berühmte impressionistische Stillleben zeichnen sich durch lockere Pinselstriche, lebendige Farben und ein Spiel mit Licht und Schatten aus. Künstler wie Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir und Édouard Manet brachten Bewegung in ihre berühmten Stillleben, indem sie natürliche Lichtverhältnisse und spontane Kompositionen betonten. Paul Cézanne gilt als einer der wichtigsten Impressionisten in diesem Genre – seine berühmten Stillleben mit Äpfeln und Geschirr zeigen eine innovative Verwendung von Form und Perspektive, die den Weg zur modernen Kunst ebnete. Auch Edgar Degas malte eindrucksvolle Stillleben, oft mit Blumen oder sorgfältig arrangierten Alltagsgegenständen, die eine besondere Intimität ausstrahlen. Diese Werke sind nicht nur technisch beeindruckend, sondern vermitteln auch eine sinnliche, fast flüchtige Schönheit, die den Geist des Impressionismus perfekt einfängt. In der Moderne werden in berühmten Stillleben neue Perspektiven mit abstrakten Formen, alltäglichen Gegenständen oder unkonventionellen Materialien geschaffen.
Die berühmtesten Stillleben
Berühmte Stillleben haben Kunstgeschichte geschrieben und spiegeln nicht nur die technische Meisterschaft ihrer Schöpfer*innen wider, sondern auch tiefere philosophische und emotionale Botschaften. Pablo Picassos "Nature morte aux tulipes", Paul Cézannes "Bouilloire et fruits" und Vincent van Goghs "Vase avec marguerites et coquelicots" sind typische Beispiele von berühmten Stillleben und wurden jeweils für Millionenbeträge versteigert. Ihre Kompositionen zeigen, wie unterschiedlich berühmte Künstler*innen des Stilllebens diese Kunstform interpretieren – von Cézannes strukturierten Farbflächen bis hin zu van Goghs lebendigen, ausdrucksstarken Pinselstrichen.
Vincent van Gogh - "Sonnenblumen"
Ein herausragendes Beispiel für symbolische Tiefe ist Vincent van Goghs bekannte "Sonnenblumen"-Serie (1888). Die leuchtend gelben Blüten, die in verschiedenen Reifestadien dargestellt sind, sollten den Raum schmücken, den van Gogh für seinen Freund Paul Gauguin vorbereitete. Doch das berühmte Stillleben symbolisiert nicht nur Freundschaft, sondern auch für van Goghs eigene emotionale Reise. Die Anzahl der Sonnenblumen variiert zwischen 14 und 15 – eine Anspielung auf seine spirituellen Überzeugungen. Die kraftvollen, dynamischen Pinselstriche verleihen dem Motiv eine fast greifbare Lebendigkeit, während die monochrome Farbpalette das Werk zugleich ruhig und intensiv wirken lässt. Heute gehören die "Sonnenblumen" zu den meistbewunderten und berühmtesten Stillleben der Kunstgeschichte.
Caravaggio - "Obstkorb"
Ein anderes berühmtes Stillleben ist Caravaggios "Obstkorb" (1600), das als eines der ersten realistischen Stillleben gilt. Caravaggio durchbrach die Tradition idealisierter Darstellungen und zeigte statt makelloser Früchte auch welke Blätter und einen faulenden Apfel. Diese Unvollkommenheit verleiht dem Werk eine besondere Tiefe und verweist auf die Vergänglichkeit des Lebens – ein Thema, das später in den Vanitas-Stillleben des Barocks weiterentwickelt wurde. Die präzise Lichtführung und der dramatische Realismus machten dieses berühmte Stillleben zu einem stilistischen Meilenstein. Es verdeutlicht, dass Stillleben nicht nur ästhetisch ansprechend sein können, sondern auch existenzielle Fragen und die Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz thematisieren.
Frida Kahlo - "Viva la Vida, Wassermelonen"
Frida Kahlos "Viva la Vida, Wassermelonen" (1954) ist ein kraftvolles Beispiel für die emotionale Tiefe, die ein berühmtes Stillleben vermitteln kann. Trotz ihres schlechten Gesundheitszustands entschied sich die Künstlerin für ein Motiv voller Lebensfreude: saftige, rot-grüne Wassermelonen, die die Betrachtenden mit ihrer leuchtenden Farbigkeit anstrahlen. Der Kontrast zwischen ihrer persönlichen Situation und der Vitalität des Motivs ist typisch für Kahlos Werk – sie transformiert Schmerz in Kunst. Die verschiedenen Reifestadien der Wassermelonen lassen sich als Metapher für den Lebenszyklus deuten, von jugendlicher Frische bis hin zum bevorstehenden Verfall. Am unteren Rand des Bildes hinterließ sie die Worte "Viva la Vida – Es lebe das Leben", eine Botschaft voller Hoffnung, die besonders berührt, da es ihr letztes vollendetes Werk war.
Salvador Dalí - "Lebendiges Stillleben"
Mit "Lebendiges Stillleben" (1956) schuf Salvador Dalí eine außergewöhnliche Verbindung zwischen dem klassischen, berühmten Stillleben und der surrealistischen Bewegung. Während Stillleben traditionell für Ruhe und Stille stehen, scheint in Dalís Werk alles in Bewegung zu geraten. Teller, Flaschen und Besteck schweben oder explodieren förmlich im Raum, was die Gesetze der Schwerkraft und der Realität außer Kraft setzt. Diese Dynamik spiegelt Dalís Interesse an der Quantenphysik wider, die er mit seinem Konzept des Nuklearen Mystizismus verband. Inspiriert von historischen Stillleben wie denen des niederländischen Malers Van Schooten, verwandelte er das Genre durch surreale Verzerrung und energetische Bewegung in etwas völlig Neues. Der Einfluss der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki ist in der zersplitterten Darstellung der Objekte spürbar – Dalí verleiht dem Stillleben eine existenzielle, fast apokalyptische Dimension.
Moderne Stillleben - Neue Perspektiven auf ein klassisches Genre
Auch in der modernen Kunst bleibt das Stillleben eine beliebte Ausdrucksform, die ständig neu interpretiert wird. Während klassische Stillleben oft Harmonie, Reichtum oder Vergänglichkeit thematisierten, experimentieren zeitgenössische Künstler mit Materialität, Abstraktion und digitalen Techniken. Der amerikanische Künstler Wayne Thiebaud beispielsweise brachte mit seinen pastellfarbenen Darstellungen von Kuchen, Süßigkeiten und Alltagsgegenständen eine verspielte, popkulturelle Note in das Genre. Seine Werke, wie "Cakes" (1963), zeigen eine Verbindung aus geometrischer Präzision und lebendiger Farbigkeit, die das Stillleben in die Ästhetik der Pop-Art überführt. Der Fotograf Ori Gersht etwa setzt in seinen Werken auf eine spektakuläre Mischung aus Tradition und Zerstörung. In der Serie "Blow Up" (2007) ließ er klassische Blumenstillleben in Highspeed-Fotografie explodieren – eine kraftvolle Metapher für Vergänglichkeit und Wandel. Diese Verbindung von klassischer Ästhetik mit moderner Technologie zeigt, dass das Stillleben nach wie vor ein dynamisches, zeitgemäßes Genre ist.
Ein weiteres ikonisches Beispiel moderner Stillleben-Kunst sind die Arbeiten von Giorgio Morandi. Obwohl er bereits im frühen 20. Jahrhundert tätig war, wirken seine reduzierten, fast meditativen Kompositionen zeitlos modern. Morandi widmete sich fast ausschließlich der Darstellung von Flaschen, Krügen und Schalen in sanften Erdtönen. Sein berühmtes Stillleben "Natura Morta" (1956) ist ein Paradebeispiel für seine Fähigkeit, durch minimale Farbnuancen und feine Lichtstimmungen eine tiefgehende Atmosphäre zu erschaffen. Diese Konzentration auf das Wesentliche macht Morandis Werke bis heute zu einer Inspirationsquelle für Minimalisten und abstrakte Künstler.
Auch Andy Warhols ikonische Serie "Campbell’s Soup Cans" (1962) revolutionierte das Stillleben, indem sie Konsumkultur und Kunst auf radikale Weise miteinander verschmolz. Die 32 Siebdrucke, die jeweils eine Variante der berühmten Suppendose zeigen, spiegeln nicht nur die serielle Ästhetik von Supermarktregalen wider, sondern hinterfragen auch die Idee der Originalität in der Kunst. Warhol nutzte eine mechanisierte Drucktechnik, um die Dosen scheinbar identisch zu reproduzieren, doch bei genauem Hinsehen zeigt sich, dass jede einzelne Variante kleine Unterschiede aufweist – sei es in der Schrift, der Farbintensität oder in anderen feinen Details. Dadurch verleiht er den massenproduzierten Objekten eine gewisse Individualität. Mit dieser bewussten Wiederholung und Variation kritisierte Warhol die Industrialisierung der Kunstwelt und betonte gleichzeitig, wie tief Alltagsprodukte in das kollektive Bewusstsein eingedrungen sind. Sein Werk zeigt, dass das Stillleben auch im 20. Jahrhundert eine zentrale Rolle spielt – nicht mehr als reine Abbildung von Vergänglichkeit, sondern als Reflexion über Konsum, Wiedererkennbarkeit und moderne Massenproduktion.
Häufig gestellte Fragen zu Stillleben
Ein Stillleben ist eine Kunstgattung, die unbewegte, meist arrangierte Gegenstände wie Blumen, Früchte, Alltagsgegenstände oder tote Tiere darstellt. Diese Kompositionen können realistisch, symbolisch oder abstrakt sein und dienen oft dazu, bestimmte Stimmungen oder Botschaften zu vermitteln.
Ein Stillleben zeichnet sich durch die gezielte Anordnung unbelebter Objekte aus, die harmonisch oder symbolträchtig miteinander kombiniert werden. Wichtige Elemente sind Licht, Farbgebung und Komposition, die je nach Stilrichtung eine bestimmte Atmosphäre oder Botschaft vermitteln können.
Der Begriff Stillleben stammt aus dem Niederländischen („stilleven“) und bedeutet wörtlich „ruhendes Leben“. Er beschreibt Gemälde oder Kunstwerke, die sich auf unbewegte Objekte konzentrieren, oft mit ästhetischem oder symbolischem Anspruch.
Ein Vanitas-Stillleben ist eine besondere Art des Stilllebens, das die Vergänglichkeit des (menschlichen) Lebens und die Unvermeidlichkeit des Todes thematisiert. Typische Motive sind Totenköpfe, verwelkte Blumen, Sanduhren oder erloschene Kerzen, die an die Endlichkeit des menschlichen Daseins erinnern.
Häufig gestellte Fragen
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