Markus Lüpertz, der Malerfürst und seine Studierenden

Datum: July 21, 2024 07:23

Der Malerfürst

Markus Lüpertz zählt zu den bekanntesten deutschen Künstler:innen der Gegenwart. Er ist Maler, Grafiker und Bildhauer und wurde von der Presse oftmals als „Malerfürst“ betitelt. Lüpertz war 21 Jahre lang der Rektor der Kunstakademie Düsseldorf und unterrichtet jetzt an der Universität in Kolbermoor. Auch einige unserer Studierenden werden von ihm unterrichtet, darunter Martine Schlepperle und Valerie Cee.


Holpriger Start

Der in Reichenberg geborene Künstler startete eine Lehre als Maler von Weinflaschenettiketten und wurde auf Grund fehlenden Talentes rausgeworfen. Sein zweiter Lehrmeister, ein Grafiker, ging pleite und auch seine Studienzeit an der Kunstakademie Düsseldorf beschränkte sich durch seinen Rausschmiss auf ein Jahr. Seit 1961 war er als freiberuflicher Künstler in Düsseldorf tätig.

Valerie Cee

Eine der Studierenden von Markus Lüpertz ist Valerie Cee. 

Geboren (*1987) und aufgewachsen ist Valerie Cee ursprünglich im schönen Salzburg. Seit einigen Jahren, lebt und arbeitet sie in München. Schon als Kind bieten ihr Malen und Zeichnen einen Rückzugsort und Raum zum Träumen. Valerie Cee, die nach einem Schlaganfall ihr Farbsehen für fast ein halbes Jahr verlor, fand in der Herausforderung eine neue kreative Richtung. Ihre Werke sind Ausdruck von Emotionen und Erinnerungen, die durch Strukturen und Kontraste zum Leben erwachen. Seit dem Jahr 2022 ist Valerie Cee eine Schülerin von Prof. Markus Lüpertz. Unter seiner Anleitung erreicht ihre Kunst neue Höhen und gewinnt an Ausdruckskraft.


Karlsruhe und die Poesie

1973 wurde Lüpertz Gastdozent an der Kunstakademie in Karlsruhe und wurde im Jahr darauf Professor. 

In einem Gedicht fasste er die Bedeutung die die Stadt Karlsruhe für ihn hatte zusammen:

„Karlsruhe war für mich die erste Freiheit
Das dunkle Berlin bestimmte mein Leben
Die kalten Nächte und ungeheizten Ateliers
Die große Straße, die Eckkneipe, die Ruhmlosigkeit
[…]
Und Karlsruhe lockte mich, den Dreißigjährigen
Und die Stadt und die Möglichkeiten knipsten das Licht an
Wärmten mich mit südlichem Charme
Und idyllischen Plätzen […]“





Düsseldorf - eine Rückkehr

1988 wurde Lüpertz der Direktor der Kunstakademie in Düsseldorf und brachte viele große Namen hervor. Außerdem besetzte er auch einige der Professuren mit international renommierten Künstler:innen. Hier unterrichtete er 21 Jahre lang und war bekannt für seine große Leidenschaft zur Malerei, welche unter seiner Leitung besonders gefördert wurde.

Martina Schepperle

Tini MS, mit bürgerlichem Namen Martina Schepperle, ist eine deutsche Künstlerin aus Schwäbisch Hall und studiert bei Markus Lüpertz. Ihr Wohn und Schaffensplatz ist in den Kitzbüheler Alpen in Tirol wo sie umgeben ist von einer grandiosen Natur. Tini hat ihre Kunst bereits international in Italien, Spanien und Frankreich ausgestellt. Frisch und frei malt sie ihre Aktbildnisse und Naturbeobachtungen auf Papier und Leinwand. Damit hält sie Augenblicke fest, erzählt Geschichten und bringt Gefühle und Emotionen zum Ausdruck. Die Künstlerin lädt mit ihren Werken den Betrachter ein, in die eigene Welt der Wahrnehmung einzutauchen. Derzeit ist Tini MS Meisterschülerin von Malergenie Markus Lüpertz an der Kunstakademie Kolbermoor


Malen, Musik, Gedichte

Für Lüpertz spielten auch Musik und Literatur eine wichtige Rolle. Neben der Malerei schrieb er auch Gedichte und lernte Klavierspielen. Oftmals beantwortet er Interviewfragen sehr poetisch.
Die Antwort von Lüpertz wie man sich selbst erfinden kann lautete:

„Man schaut in den Spiegel und prüft ein paar Dinge: In welcher Familie stecke ich drin, inwieweit bin ich von diesen Geschichten abhängig, bin ich abhängig von dem, was der Vater war, wurde ich geliebt oder nicht geliebt? Man registriert ein paar Verletzungen und auch das Glück, auch die guten Sachen. Und dann beschließt man, unabhängig zu sein, damit fängt es an. Man schließt einen Pakt mit sich selbst: Man will nicht mehr hässlich sein, man will nicht mehr dick sein, man will nicht mehr dumm sein, man will nicht mehr der Junge sein, der wenig Geld hatte. Man erfindet Vorteile selbst. So entschloss ich mich, ein schöner Mann zu sein und ein Genie. Ich trainierte meinen Körper und meinen Geist. Ich musste mir alles selbst erobern, die Entscheidungen eines freien Geistes.“

 Markus Lüpertz 2006[23]


Chaos und Kraft

Markus Lüpertz möchte in seinen Bildern die Betrachter:innen einerseits euphorisieren und gleichzeitig auch ein Chaos oder eine gewisse Unordnung zu Schau stellen. Seine Arbeiten sind oftmals expressiv, sehr ausdrucksstark und zeigen eine gewisse Kraft. Sein vielseitiges Wissen und seine große Erfahrung machen ihn zu einem der bedeutendsten aktuellen Künstlern Deutschlands. 

Wir haben euch ein paar Künstler:innen rausgesucht von denen wir finden, dass sie Chaos und Euphorie in ihren Arbeiten verbinden. Klickt einfach auf das Bild und gelangt zur Künstlerin oder dem Künstler.