Christian Horras

Statement zu meiner künstlerischen Arbeit


Ich arbeite expressiv-figurativ. Meine Zeichnungen und Malereien entstehen aus autobiografischen Erfahrungen, vor allem aus dem Spannungsfeld zwischen religiöser Prägung und queerem Selbstverständnis.


Zeichnung und Malerei sind in meiner künstlerischen Praxis eng verflochten, Linie und Farbe bleiben oft autonom, auch wenn sie gemeinsam einen Bildraum erschaffen. Ich arbeite sowohl mit trockenen Materialien wie Bleistift, Kohle oder Kreiden, also auch mit flüssigen Farben wie Aquarell, Öl- und Acryl, gerne auch in Mischtechnik. Ich verstehe mich als zeichnender Maler oder malender Zeichner.


Die menschliche Figur ist mein thematischer Schwerpunkt, der Körper als Träger von existentieller Erfahrung. Als homosexueller Künstler, der in einem stark religiösen, homophoben und körperfeindlichen Umfeld groß geworden ist, habe ich früh erfahren, wie sich unsere Identität durch unsere Körperlichkeit, insbesondere Gender, Geschlecht und Aussehen formt. Aus diesem Grund besitzen Körper für mich eine hohe gesellschaftliche und politische Brisanz. Alles spielt sich im Körper ab - unser Denken, Fühlen und Handeln. Darum male ich den Körper - ich mal schöne und hässliche Körper, robuste und verletzliche Körper, sterbende und sich liebende Körper, essende und ruhende Körper, oft auch meinen eigenen Körper.

Die Körper, die ich male oder zeichne, setzen sich meistens wie von selbst zu narrativen Szenen zusammen. Ihre Interaktionen werden beeinflusst aus meiner autobiografischen Erfahrung, meiner Auseinandersetzung mit Kunstgeschichte, meinem Blick auf unsere heutige Gesellschaft sowie psychologischen und philosophischen Fragestellungen. Auch Träume der Nacht oder Fantasien am Tag, vielleicht angeregt durch Literatur, Imagination oder Tagesgeschehen, finden Ausdruck in meiner künstlerischen Arbeit. Und dann ist da noch der Malprozess, der sich einmischt: er verändert, verformt, verflüssigt – er setzt meiner mitunter zu bewussten Planung des Bildes ein spontanes unvorhergesehenes Entstehen entgegen: dadurch entsteht Mehrdeutigkeit, die ich willkommen heiße: Körper verschmelzen, Grenzen lösen sich auf, die Interaktionen auf und mit dem Bild erscheinen zugleich heilsam und bedrohlich. Diese Ambivalenz ist für mich zentral, weil sie der Wirklichkeit menschlicher Beziehungen und Erfahrung näher kommt als jede klare Utopie oder eindeutige Bildform.



2022-2025 Weiterbildung in Malerei bei Prof. Siegfreid Anzinger an der Akademie der bildenden Künste Kolbermoor

2009 - 2011 Aufbaustudiengang "Bildnerisches Gestalten und Therapie"an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Dr. Schottenloher

2002 - 2007 Studium der Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Ernst Caramelle


Nach dem Studium der Malerei und dem anschließenden Studium der Kunsttherapie arbeitete Christian in den letzten 12 Jahren im Beruf des Kunsttherapeuten, der ihn bis zur Leitungsposition einer psyschosomatischen Klinik brachte. 2022 entschied sich Christian, sich wieder mehr auf die Malerei zu konzentrieren. Aus diesem Grund kündigte er seine Leitungsstelle und begann letztes Jahr erneut ein Studium der Malerei bei Siegfried Anzinger an der Kolbermoor Akademie. Eigenes Atelier in Bad Kissingen.


Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler und der Künstlergruppe Art97688


Ausstellungen:

2026: Gruppenausstellung "Neuaufnahmen", BBK-Galerie im Kulturspeicher, Würzburg

2025:Gruppenausstellung "Bad Kissingen ist bunt", Museum Obere Saline, Bad Kissingen

2024 Gruppenausstellung „The male figure“, Galerie Kunstbehandlung München

2024 Gruppenausstellung „en detail“, Galerie Kunstbehandlung München

2024 artist in residence, Kunstfabrik Schweinfurt

2024 Gruppenausstellung "Vergessen", BBK-Galerie Würzburg

2024 Gruppenausstellung "Zeichnen zur Zeit", BBK-Galerie Würzburg

2007 Gruppenausstellung „Junge Künstler in der Villa Böhm“, Kunstverein Neustadt


Foto von Christian Horras
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