REDOX OX
| Heigth | 160 cm |
|---|---|
| Width | 120 cm |
| Length/Depth | 3.5 cm |
Öl / auf Leinwand aufgespannt auf einen Malkörper aus Holzrahmen mit aufgeleimter Sperrholzplatte
Technik:
Malerei mit Pinsel
Versand:
Die Arbeit wird aufgespannt auf einem Malkörper aus Holzrahmen mit aufgeleimter Sperrholzplatte versendet – inklusive Echtheitszertifikat und Signatur auf der Rückseite.
Das heißt die Leinwand ist über diese darunter liegende Sperrholzplatte gespannt. Entsprechend ist die Arbeit schwerer und stabiler als übliche Keilrahmen.
REDOX OX greift ein Kolorit auf, dass an chemisch metallische Umwandlungsprozesse angelehnt ist, Die nebeneinander gesetzten Farbverläufe verstärken sich in der Farbe teilweise gegensätzlich. Die Kanten und klaren Kurven des Farbverlaufsrahmen sind auf sehr starke Präzision ausgerichtet und kontrastieren damit den farblich ähnlich aber offen angelegten Hintergrund.
Die Reduziertheit lässt Raum sich den einzelnen Bildaspekten gezielt zu widmen. Die Arbeit lebt gleichzeitig durch Präzision, Präsenz und Zurückgenommenheit.
Ziel in meinen Arbeiten ist derzeit eine möglichst große Entgegenständlichung.
Hierzu ein Text der mit Grundlage für meine aktuelle Serie ist.
Entgegenständlichung
Vielleicht gibt es keinen Gegenstand, dem nicht seine Entgegenständlichung eingeschrieben wäre. Nicht zwingend als Auflösung oder endgültige Zersplitterung, sondern als Entzug für den vergegenständlichenden Blick. Denn der Gegenstand, der im Altgriechischen Α ν τ ι κ ε ί με ν(lοatν. objectum) heißt, markiert das Gegenüber eines (wahrnehmenden) Subjekts, das wir Objekt nennen. Er steht gegenüber, bildet eine Opposition aus und konstituiert sich dabei nicht nur in der Subjekt-Objekt-Relation, er erweist sich auch als Konstrukt, das, wie jede Konstruktion, in seine Bestandteile zerlegt werden kann. Die Zerlegung ist in ihm selbst angelegt. Statt ein von außen aufgezwungener Akt zu sein, gehört sie der Gegenständlichkeit des Gegenstandes apriorisch an. Tatsächlich bedeutet Sehen, nicht ausschließlich Synthetisieren, Zusammensetzen, um Gegenständlichkeit zu konstituieren. Sehen heißt gleichermaßen Analysieren, Zerlegen, Spalten, Fragmentisieren. Das Totale ist unsichtbar. Nur der zersetzende Blick, dessen Separationsleistung unermüdlich ist, gewinnt Gegenständlichkeit. Dafür muss er sensibel für die Risse sein, die die Gegenstandselemente in ihrer Differenz zueinander halten. Seine Sensibilität betrifft auch den Kontingenzwert der Komposition der gegenständlichen Welt. Oft könnten die Konnexionen ihrer Elemente anders sein, als sie es sind. Tatsächlich indiziert das Konzept der Entgegenständlichung das Prinzip der Kontingenz. Die Dinge sind, wie sie sind, doch sie müssen nicht so sein. In der Kontingenz drückt sich die Instabilität oder Arbitrarität der Welt aus. Sie ist ontologischer Index der Fragilität der Dingwelt, d.h. auch ihrer Transformabilität. Entgegenständlichung heißt auch: Entwirklichung des Wirklichen zugunsten einer noch unbekannten Wirklichkeit.
Marcus Steinweg
Daniel Wöllenstein
Lebt und arbeitet in Köln.
Künstlerischer Werdegang
Ausbildung
2002-2009 Kunststudium an der Universität zu Köln bei Rainer Barzen und Silke Leverkühne
Seit 2007 Atelier im KunstWerk Köln
Ausstellungen (Auswahl)
2007 Blaumachen KunstWerk Köln
2008 Bogen 2: Straight from the HART -
2008 Lange Nacht der Museen – „Festprozessionen und Diodramen“
2008-2009 Darwin – Design und Gestaltung einer KVB Bahn anlässlich des Darwinjahrs 2009 mit Studierenden der Universität zu Köln-
2011 „Fette Nager - Bello und Ich“ - Museumsnacht - KunstWerk Köln
2016 nxnw Festival Kollaboration mit Slobodan Kajkut „20 Interventionen“
2016 “Raum 500” - Ausstellung mit Olga Jakob und Heike Simmer – nxnw Festival
2017 „HORST“ - KunstWerk Köln
2014-2017 Vorstandsarbeit KunstWerk Köln e.V.
2017 1. Vorsitzender KunstWerk Köln eV.
2019 Lange Nacht der Museen „Wedding“ Installation und Kollaboration mit Heike Simmer
2021 TUNING - KunstWerk
Artist Statement
Worum geht’s? Die Arbeiten stammen aus dem Bilderzyklus „TUNING" - aus dem Zeitraum 2018 bis heute, wobei die reinen Farbsegmente erst seit 2021 die Oberhand im „TUNING“ Zyklus übernehmen. Es geht um eine sukzessive Entgegenständlichung und Reduzierung des Bildinhaltes, wobei Referenzen an Natur- und Menschen gemachte Phänomene in der Farb- und auch Formanlage findbar sein können.
In den scheinbar gleichberechtigten Segmenten können durch Farb- und Formkompositionen, Vordergründe und Hintergründe entstehen, die sich durch die jeweilige Fokussierung der Betrachtenden fluide verschieben lassen. Die Lichtführung, die sich durch gegensätzliche Farbverläufe bis zum „Glühen“ verstärken kann, trägt zur teils plastischen Eindrücklichkeit bei.
Digitale Farbwahlskalen, Flip-Flop Lacke von getunten Sportwagen, Sonnenuntergänge, Schwerindustrie, Weltraum und Spiegelungen im Kaffee können dabei in die Farbkompositionen Eingang finden.